Forio Insel Ischia

 

INSEL ISCHIA

FORIO D'ISCHIA

Historischer Hintergrund und nützliche Informationen

Ursprünglich von Thermal- und Badetouristen wegen ihrer Lage auf der westlichen Seite der Insel Ischia – die sehr windig und stürmisch ist – kaum besucht, war Forio sehr lange ein Landwirtschaftszentrum: sogar waren die Poseidongärten in Citara, die ein der erfolgreichsten Thermalparks der Welt sind, nur Felder, wo man Weintrauben, Zitrusfrüchte und Tomaten reichlich erzeugte, dank der Bodenfruchtbarkeit vulkanischen Ursprungs und der Bewässerung mit Mineralwasser.

Wie dem auch sei, wurde Forio von den ersten Touristenströmen nicht absolut ausgeschlossen: die Strada Borbonica (Bourbonische Straße) verband die Gemeinde mit Ischia Ponte (durch Ischia  Porto, Casamicciola Terme und Lacco Ameno) und eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten war die Kutschentour nach Forio, um den zauberhaften Sonnenuntergang und manchmal auch den „grünen Strahl“ zu bewundern. Da die südlichen Anhänge des Epomeo Berg ziemlich beschwerlich waren, war Forio die lertztendliche Tourgrenze der Insel Ischia. 

Einerseits spielte Forio damals noch keine Rolle im Rahmen der Jetset-Destinationen, andererseits zog diese Gemeinde viele Intellektuelle und Künstler im Laufe des 20. Jahrhundert an. Somit wurde sie zum ischitanischen KulturzentrumLuchino Visconti schlug seinen Sommerwohnsitz daran auf, indem er viele Persönlichkeiten im Filmgeschäft in seiner Villa La Colombaia zu Gast hatte, die heute eine Verstiftung beherbergt. Schriftsteller wie AudenMoravia zusammen mit MoranteMaraini und Pasolini verbrachten dort viele Urlaubstage; deutsche Künstler, wie Bargheer, malten dort viele Bilder und begründeten de facto eine örtliche Malschule.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte Forio die Verwandlung in eine touristische Destination, die die ganze Insel Ischia gleichzeitig inkludierte und die Kluft mit den anderen Gemeinden überbrückte, indem sie zu einer der beliebtesten Ischia-Ortschaften dank ihrem Meer, dem Thermalvermögen und den Unterkunftseinrichtungen wurde.

Die architektonische Ikone Forios ist die Kirche von Santa Maria del Soccorso, die sich auf dem Vorgebirge neben dem Strand von Chiaia und dem touristischen Hafen steil über dem Meer befindet, der die Insel mit Neapel mittels Schnellboote verbindet. Im 16. Jahrhundert gebaut, wurde die Kirche im 18. Jahrhundert erweitert; unterschiedliche Stile verschmelzen sich hier in einer eklektischen mediterranen Gestaltung. Die Kirchplatzwände sind mit Majolikafliesen dekoriert, die Martyrer- vieler Heiligen und die Passion Christi-Darstellungen zeigen. Innen befinden sich ein Holzkruzifix schwerer Datierung (laut der Tradition wurde es vom stürmischen Meer bis zum Strand gebracht) und eine Votivgaben-Sammlung von Seemännern, die sich von Seestürmen dank der Hilfe der Madonna gerettet hatten.

    

Hinter dem Hafen erhebt sich der Torrione, eine weitere Ikone Forios, der auch das Museo Civico (Zivilmuseum) beherbergt: im 15. Jahrhundert gebaut, war der höchste unter den 9 Wachtürmen, die entlang der westlichen Seite der Insel errichtet wurden. Das Bedürfnis, sich von den Sarazenen und den starken Winden zu verteidigen, beeinflußte das ganze Gebiet des Altstadzentrums Forio, das aus mehreren, unregelmäßigen Verzweigungen von engen und gewundenen Gassen besteht.

Außerdem trägt zur Skyline Forios auch die Kirche von San Gaetano mit ihrer Trommelkuppel bei, worauf man eine Sonnenuhr bewundert und in dessen Räumen einen antiken Majolika-Fußboden mit typisch ischitanischen Dekorationen sehenswert ist.   

Von einem geschichtlichen und künstlerischen Gesichtspunkt spielen viele weitere Monumente eine wichtige Rolle hierbei: Die Basilika von Santa Maria di Loreto, die im 15. Jhdt. gebaut und im 18. Jhdt. renoviert wurde, beherbergt einige Kunstwerke ischitanischer Maler; die Mutterkirche von San Vito, wo sich einige Gemälde neapolitanischer Schule aus dem 17. Jhdt. und eine Silberstatue von San Vito aus dem 18. Jahrhundert befinden; die Kongregationskirche von Santa Maria Visitapoveri, mit einem Holzchor und Dekoration mit Stuck; die Kirche von San Francesco d’Assisi, die als Amtssitz lange Zeit war, mit dem nebengelegenen Kloster und seinen Gemälden. Am Rande des historischen Zentrums liegen die kleinen Kirchen von bzw. San Carlo Borromeo unter den Gassen Richtung Landesinnere und San Michele Arcangelo, in der Nähe des Monterone-Hügel.

Auβerhalb des Dorfes an den Hängen des Monte Nuovo befindet sich die in einen Felsen komplett eingemeißelte Kirche von Santa Maria del Monte; in eindrucksvoller Lage auf dem Hügelhang mit Blick auf dem Strand von San Francesco liegt der Barockwallfahrtsort der Madonna di Montevergine (auch bekannt als Chiesa von San Francesco di Paola), wo sich ein Gemälde von Luca Giordano befindet.

Das Gebiet Forio beherbergt aber auch eleganten Häuser, wie La Mortella in der Gegend von Zaro auf den Grenzen mit der Gemeinde Lacco Ameno. Das Grundstück wurde 1949 von Sir William Walton erworben, dem wichtigsten englischen Komponist moderner Musik, der sich mit dem Ort verliebt hatte und wollte ihn zu einem kleinen Eden verwandeln dank der Hilfe von Russel Page, einem der besten Landschaftsarchitekten aus dem 20. Jhdt.

Zum Teil beherbergt die Villa ein dem Gedenken an William Walton gewidmetes, kleines Museum: Auβer einigen Erinnerungsstücken ist auch eine kleine Fotogalerie von Cecil Beaton über den Musiker selbst und sein Gefolge sehenswert. Darüber hinaus läuft ein Dokumentarfilm übers Leben Waltons und eine kurze Geschichte des La Mortella-Gartens fortlaufend, wo sich rund 300 seltener Pflanzenarten befinden.

Im öffentlich zugänglichen, prachtvollen Park der Villa befindet sich auch ein Auditorium mit einem Bühnenhintergrund von Emanuele Luzzati. Kein Wunder, daβ in diesen beeindruckenden Umgebungen eine sommerliche, erstklassige Konzertsaison im Griechischen Theater jedes Jahr stattfindet.

Das Bauernmuseum liegt hingegen auf dem Hügelviertel Panza und ist den Werkzeugen und dem ländlichen Leben gewidmet, das eine wichtige Rolle im Laufe der Jahrhunderte spielte. Ganz interessant sind auch die Luftaufnahmen, die Mitte des 19. Jahrhunderts gemacht wurden und die Gröβe der Siedlungen vor der touristischen Entwicklung zeigen.

Immer noch in Panza durch einen Pfad entlang dem Hügelhang erreicht man Sorgeto, eine kleine, zauberhafte Bucht auf der südlichen Küste Ischias, wo man in den natürlichen Thermalbecken das ganze Jahr baden kann. 

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S.S. 270 Citara - 80075 Forio d'Ischia (NA) I ITALY - Tel./Fax +39 081 997783 - Email : info@ravino.it